Wann kommt die Kugel ins Rollen? Die Tücken des errechneten Termins

WANN KOMMT DIE KUGEL INS ROLLEN? DIE TÜCKEN DES ERRECHNETEN TERMINS

Ich besitze ein Glückstagebuch. Da schreibe ich jeden Abend rein, was mich den Tag über froh gemacht hat. Nach meinem positiven Schwangerschaftstest gab es einen fetten Eintrag: „Wenn alles gut geht, sind wir nächstes Jahr eine richtige Familie!“ Unmittelbar vorher hatte ich per Internetrechner schon den Entbindungstermin berechnet.

Dort konnte man entweder a) den ersten Tag der letzten Regel oder b) den Tag der Zeugung eingeben.
Weil ich – Glückstagebuch sei Dank – ganz sicher war, wann unser Baby entstanden war, wählte ich b). Voilà: Um den 6. September rum würde ich Mama werden. 

 

Trifft Nägele den Nagel auf den Kopf – oder eher den Daumen?

Blöderweise war die Hebamme anderer Meinung! Die fragte nach der letzten Regel, rechnete ein bisschen rum und schrieb frech „26. August“ in meine Unterlagen. Ich protestierte: „Aber ich weiß doch, wann …“ Sie zuckte mit den Schultern. Das rechne man nun mal so aus.  Nun war ich alarmiert. Ich sah mich schon von Ärzten mit Wehentropf gejagt, die die Geburt einleiten wollten, weil sie nicht ahnten, dass das Kind noch zehn Tage brauchte. Außerdem war meine Neugier geweckt. Ich wollte wissen, wie genau man den Geburtstermin eigentlich vorausberechnen kann. Als erstes stieß ich auf die Nägele-Regel. Das ist die, die meine Hebamme benutzt hat, und die geht so: Man erhält den voraussichtlichen Entbindungstermin, indem man den ersten Tag der letzten Menstruation nimmt, eine Woche hinzurechnet, drei Monate abzieht und ein Jahr draufschlägt. Warum einfach, wenn es kompliziert geht?

 

Brot oder Baby – für alles gibt es eine Formel

Mich erinnerte das an eine Episode als ich etwa zwölf war. Damals wollte meine Mutter das Gewicht einer Scheibe Toastbrot bestimmen. Sie wog die Packung und teilte das Gewicht durch die Scheibenanzahl. Ich fragte: „Prima, aber warum wiegst du nicht eine Scheibe?“ Sie guckte verdutzt, dann fingen wir beide an zu lachen bis uns der Bauch weh tat. Jetzt musste ich auch lachen. Nicht nur über die verschwurbelte Formel, sondern auch, als ich mehr zum Hintergrund der Nägele-Regel herausfand: Gynäkologe Nägele praktizierte Anfang des 19. Jahrhunderts in Heidelberg, forschte aber nie selbst zur Schwangerschaftsdauer. Er stützte sich auf die Aufzeichnungen eines niederländischen Kollegen. Aus dem Jahr – festhalten! – 1715. Aktuell, nicht wahr?

 

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Ultraschall versus mütterliche Intuition

Alles Humbug, da war ich sicher. Und ging weiter vom 6. September aus. Bis zum Ersttrimesterscreening. Da wurde der Fötus vermessen und der Arzt, seines Zeichens Ultraschall-Koryphäe, korrigierte den Termin. Nicht etwa auf September, nein. Auf den 27. August. Einen kümmerlichen Tag später. Bevor ich etwas sagen konnte, erklärte er: „Das ist auf sechs Tage genau!“ Ich dachte nach – und kam zum Schluss, dass der Doktor um eben diese sechs Tage daneben liegen musste und berichtigte ebenfalls „meinen“ Termin: 27. August plus sechs Tage: 3. September. Und ich forschte weiter. Dabei stieß ich auf alles mögliche. Zum Beispiel auf eine Untersuchung, bei der die amerikanische Forscherin Anne Marie Jukic die Daten von 125 unkomplizierten Schwangerschaften mit komplikations- und interventionsfreien Geburten ausgewertet hatte, bei denen man dank hormonellen Dauerscreenings sowohl den Tag des Eisprungs als auch den der Einnistung des Eis kannte. Erst mal schien das Nägele zu bestätigen: Im Schnitt dauerten die Schwangerschaften nur einen Tag länger als nach ihm berechnet.

 

Kommste heut nicht, kommste morgen oder: Et kütt wie et kütt

Tatsächlich aber waren die 125 Babys in einem riesigen Zeitfenster von fünf Wochen um den berechneten Termin herum geboren worden. Die einen früher, die anderen später.  In anderen Studien fand ich mehr über Faktoren heraus, die eine Schwangerschaft verlängern oder verkürzen konnten: Kinder von Asiatinnen oder farbigen Müttern kommen durchschnittlich eine Woche früher. Wer älter und schwerer ist, bekommt sein Kind später.  Wer schon mal geboren hat, früher. Und wer bei Vollmond unter einem Mistelzweig drei Mal im Kreis geht und „Alle meine Entchen“ singt, kriegt es am Wunschtermin. Sorry, Letzteres war ein Witz.

 

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Von Mäusen und Menschen

Wann es Zeit zum Aussteigen aus der Kugel ist, weiß so ein Baby selbst am besten. Bei Mäusen produzieren die Lungen irgendwann vermehrt ein Protein, das dem mütterlichen Körper signalisiert: Bin fertig! Das setzt dann die Geburt in Gang. Und bei mir? Am 28. August ging es von selbst los. Da war das Baby erst am 30. August, um kurz nach halb zwölf nachts. Details lasse ich an dieser Stelle bewusst weg. Sagen wir so: Ins Glückstagebuch habe ich an dem Tag dann nix mehr geschrieben. Als ich  wieder dazu kam, habe ich zurückgeblättert. Am 6. Dezember, genau acht Tage vor dem von mir so felsenfest angenommenen „Zeugungstermin“, fand ich einen verräterischen Eintrag über einen besonders romantischen Abend. Wer hätte das gedacht? Unser Kind ist ein Nikoläuschen!

 

Was sind Eure Erfahrungen? Kamen Eure Kinder am berechneten Termin?

 

Das Warten auf den großen Tag, an dem Du Dein Baby endlich im Arm halten kannst, wird noch viel schöner mit Umstandsmode, die perfekt zu Deinem persönlichen Stil passt. Du trägst am liebsten Hoodies? Gothic Style? Es soll elegant sein? Oder lieber verspielt? Mit der Umstandsmode von GoFuture: www.gofuture.co.uk musst Du Dich nicht verkleiden und bleibst ganz Du selbst.

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  • Interessant!

    Unser Krümel sollte nach meinen Berechnungen am 05. September zur Welt kommen ( es gab definitiv nur eine Möglichkeit). Der Arzt rechnete dann denn 03. September aus und ich hoffte inständig, dass es nicht der 30. August werden würde ( mein Geburtstag). Los ging es dann am 15. August. Mein Mann wettete schon seit Monaten, dass es der 16. August werden würde, denn alle Daten mit einer 6 hält er für seine Glückstag und auch die Ur-urgroßmutter des Krümel hätte da Geburtstag gehabt. Letztendlich hat der Krümel jedoch den 16. Um genau eine Stunde verpasst. Unser persönlicher Glückstag ist somit der 17.08.16.

  • Ich habe es auch nie verstanden

    Bei mir war es auch immer ein Durcheinander. Erst bekam man beim Arzt ein Datum, dann wurde vordatiert um fast 2 Wochen, um dann in der 12. Woche wieder zum alten Datum zu schwenken, obwohl das Ultraschall immer anderer Meinung war. Letztendlich kam er dann 2 Wochen vor dem Termin und somit eigentlich passend zu dem, was das Ultraschall immer voraus gesagt hat, man dem armen Gerät aber keinen Glauben geschenkt hat.

    Bin gespannt ob es beim nächsten auch so wird.



  • Diese Wissenschaft

    Oh ja, dass kenne ich auch. Und genau um dieser Rechnung aus dem Weg zu gehen, habe ich beim ersten Ultraschall beim Arzt behauptet, dass ich nicht mehr weiß wann meine letzte Periode war. So hatten wir immer nur den E.T. Laut Ultraschall. Und mein Mops kam genau eine Woche früher auf die Welt. Da ich sogar genau weiß wann der Eisprung war, wegen NFP, kann ich sagen, dass bei uns das Ultraschall gerät sehr gut wusste, wie weit das Baby ist.☺️

  • Danke fürs Lesen und Eure Kommentare!

    @Kathrin: Witzig, Du hast am Geburtstag meiner Tochter Geburtstag. Im Nachhinein bin ich auch ganz froh, dass sie am 30. kam und nicht z. B. am 4. September. Meine Schwägerin, also die Schwester meines Freundes (= der Papa) hielt sich nämlich ran, dass sie dann die Reinkarnation der verstorbenen Mutter der beiden sein müsse, die da Geburtstag hatte. Das fand ich irgendwie befremdlich.

    @Sina: Das Ultraschall scheint wirklich recht präzise zu sein, hätte ich nicht gedacht, weil ich immer davon ausging, dass individuelle Größenunterschiede – Erwachsene oder auch Kinder sind ja auch alle unterschiedlich groß – hier eine Rolle spielen. Scheint in dem Alter aber noch nicht relevant zu sein.

    @Teresa: Mit dem Wissen von jetzt würde ich es wohl auch so machen wie Du.

    Vielen lieben Dank für die Kommentare! (sagt Stella, Autorin dieses Blogartikels, in den nächsten Tagen kommt hier auch noch ein bisschen Info über mich hin, das ist gerade noch im Aufbau, bis dahin könnt Ihr bei Interesse gerne meine Website besuchen: www.stellamat.de)

  • Früher, Genau, Später

    Bei uns waren US und der errechnete Termin der Mens immer relativ zeitnah. Ein Zwei Tage Unterschied. Ausser beim 3. Würmchen da war das US weiter. Im Endeffekt kam Kind 1 knapp fast 3 Wochen zu früh. Mein FA fragte noch ein Tag zuvor ob ich schon Wasser verliere ich meinte ja er kontrollierte und meinte könnte eher Urin sein. In der selben Nacht platze die Fruchtblase. Kind 2 kam auf den Tag genau des Ultraschall Termins und das dritte hat sich etwas Zeit gelassen. Und kam eine Woche später mit Einleitung ohne Einleitung wäre er auf jeden Fall noch länger drin geblieben. Vollkommen egal welcher Tag berechnet wird im Endeffekt entscheidet das kleine wann es das Haus verlassen möchte. Wir sind gespannt wann das letzte Würmchen kommt. Da wir alles durch sind früher, Punkt, verspätet lassen wir uns überraschen.

  • Danke und Glückwünsche!

    Hallo liebe Mami’s und Teilnehmerinnen an unserem Gewinnspiel,

    nun hat das Los entschieden: Herzlichen Glückwunsch Kathrin!
    Du hast unser Shirt NATALIE oder JANA (nach Wunsch) gewonnen! ♥

    Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und freuen uns, dass Ihr mitgemacht habt!
    Eure Berichte waren wirklich sehr spannend und toll zu lesen!
    Das wird nicht unsere letzte Aktion gewesen sein, freut Euch auf mehr und schaut gerne immer mal wieder auf unserer Homepage vorbei! :)

    Euer GoFuturewithLove-Team ♥

  • Schade, trotzdem Glückwunsch

    Schade,
    Trotzdem herzlichen Glückwunsch der Gewinnerin
    Schönen Sonntag euch allen